Korngold: Die stumme Serenade

VERÖFFENTLICHT:
15. November 2011

Es ist schon erstaunlich: Trotz aller Renaissance des Komponisten Wolfgang Erich Korngold hat sein letztes Bühnenwerk, die Komödie mit Musik Die stumme Serenade bis heute keine Karriere machen können. Dabei schrieb Korngold für die recht alberne Komödie, die im Neapel von 1820 spielt, eine äußerst reizvolle, anziehende Musik für kleines Kammerorchester, bestehend aus zwei Klavieren, Celesta, zwei Violinen, Cello, Flöte, Klarinette, Saxophon, Trompete und verschiedenem Schlagwerk. Dieses Ensemble klingt weitaus üppiger als die Besetzung vermuten lässt. Stilistisch ist Die stumme Serenade ein eigenartiger Mix aus Oper, Operette und Revue (einige ihrer eingängigen Melodien hätten sich in den 20er Jahren gut in einer Berliner Kabarett-Show gemacht). Genau dies war wohl 1954 der Grund, warum es gnadenlos durchfiel: Es galt als aus der Mode gekommen und absolut nicht im Gleichschritt mit dem aktuellen Musiktheater. Heute können wir die Kreation als ein zauberhaftes, unterhaltendes Stück des „leichteren“ Korngold goutieren, der hier wieder einmal beweist, welch einen Überfluß an prächtigen Melodien er zu schreiben verstand.

 
InhaltErich Wolfgang Korngold (1897-1957)
Die stumme Serenade op. 36 (1946)
Komödie mit Musik in zwei Akten
Libretto von Victor Clement unter Verwendung einer deutschen Einrichtung von Raoul Auernheimer
Liedtexte von Bert Reisfeld und Erich Wolfgang Korngold
Dialogregie und Funkfassung von Hendrik Müller
 
SolistenSarah Wegener Sopran
Birger Radde Bariton
Anna-Lucia Leone Koloratursopran
Sebastian Reich Schauspieler
Frank Buchwald Schauspieler
Werner Klockow Schauspieler
Lena Laferi Sopran
Jutta Lauer Mezzosopran
Franziska Gündert Alt
EnsembleHolst-Sinfonietta
Musikalische LeitungKlaus Simon
DialogregieHendrik Müller
Labelcpo
KoproduzentSWR2

Online-Shopsjpc.de
amazon.de
prestoclassical.co.uk
itunes.com
classicsonline.com


Rezensionen

BBC Music Magazine

April 2012

„This is a wonderfully silly operetta: cross Lehar with Gilbert and Sullivan and the Marx Brothers. [...] But it remains heartwarming and inspired nonetheless. [...] Sarah Wegener is a pert, soulful Silvia, partnered by the warm-toned Birger Radde as Andrea, while the Holst Sinfonietta sparkles like a Viennese Christmas tree.“ (Wertung: Vier Sterne)
 

klassik.com

April 2012

„Regisseur Hendrik Müller hat basierend auf seiner szenischen Realisation des Stücks in Freiburg (2009) nicht nur eine überzeugende Dialogfassung erarbeitet, sondern auch eine der überzeugendsten Dialogregiearbeiten für dieses Genre auf Tonträger seit langem abgeliefert. Hier klingt nichts gestelzt, vom Blatt abgelesen oder gar aufgesagt. Die Protagonisten wissen offenkundig um ihre Charaktere, und die vorausgegangene bühnenpraktische Erfahrung hat sich offensichtlich bezahlt gemacht. [...] Die Young Opera Company und die Holst-Sinfonietta unter Klaus Simon entfachen in Kammerbesetzung mit acht Musikern den Charme und Reiz von Korngolds Musik. Das ist mit dem rechten Biss und dem nötigen Schwung musiziert, und so vermisst man kaum ein größeres Orchester. [...] Das junge Sängerensemble der Aufnahme nimmt in der Summe für sich ein. Die vielen dankbaren Nummern des Stücks, von Andrea Coclés schwelgerisch-ironischem "Ich hab mich so verliebt" über Silvia Lombardis genretypisches Auftrittslied "Ein Modell von Coclé" bis hin zum ohrwurmverdächtigen Marsch, sind von hoher Qualität.“ Frank Fechter
 

International
Record Review

März 2012

„It's an immense pleasure to welcome this recording. [...] The playing throughout Simon's excellent performance is crisp and stylish [...] The overall impression of this performance is of the greatest assurance and of sheer enjoyment: a few trifling moments aside, it's hard to imagine it being done with greater relish.“
   

Pizzicato

März 2012

„Ein einziger Ohrenschmeichler, wo ganze acht Musiker in Korngold light schwelgen und sich in den sentimentalen oder flotten Songs noch einmal des letzten Opernmelodikers Füllhorn ergießen. Sarah Wegeners Edelsopran bezaubert.“
  

operamagazine.nl

29. März 2012

„Endlich: Die Stumme Serenade auf CD! [...] Alle typischen Korngold-Elemente sind vorhanden: Wiener Bonbons, sehnsuchtsvolle Melodien und ein wenig (gut, ein bisschen viel) "Schmalz". Das Stück hat auch etwas musicalmäßiges an sich, aber im alten Sinne des Wortes, man denke etwa an Fred Astaire oder Bing Crosby. Und ja, es ist leicht süßlich, auch Lehár ist nicht weit entfernt. Im Grunde ist es eine Mischung aus Oper, Operette und Revue, und daran ist gar nichts verkehrt! Sarah Wegener singt eine wunderbare Silvia Lombardi.“
 

audio.de

März 2012

„Frech, frivol, aber auch charmant, glamourös – so klingt "Die stumme Serenade", eine Komödie mit Musik (1946-50), die der Freiburger Dirigent Klaus Simon mit ansteckendem Elan eingespielt hat. Der Plot – eine abgedrehte Krimikomödie – bietet melodramatischen Witz und süffige Revuemelodien wie "Tausend süße, ungeküsste Küsse". Beide Ensembles, Young Opera Company und Holst Sinfonietta, machen aus dieser liebreizenden Petitesse eine quirlige Spaßoperette, irgendwo zwischen Gershwin-Schmelz und Hollywood-Sentiment. Ein Schmarren. Aber hinreißend.“ Otto Paul Burkhardt
  

Neue Westfälische

14. Februar 2012

„Die Produktion von cpo, dem Label, das soviel zur Rehabilitation von Korngold beigetragen hat, ist ohne Zögern zu empfehlen, zumal die Aufnahme tadellos ist und das Booklet auch das Libretto abdruckt.“
 

Badische Zeitung

31. Januar 2012

„Jene erst 1954 in Dortmund uraufgeführte "Stumme Serenade" ist sicher kein Werk des Aufbruchs. Auf die Kritik der Nachkriegszeit muss die "Musikalische Komödie" eher wie ein reaktionäres Machwerk gewirkt haben. Dabei war sie wohl nichts anderes als eine charmante Reminiszenz an die untergegangene Epoche des Konversationslustspiels Wiener Prägung. Die von Klaus Simon geleitete Freiburger Young Opera Company und Holst-Sinfonietta haben das mit ihrer szenischen Produktion des Stücks vor knapp drei Jahren bereits unterstrichen. Die nunmehr bei cpo vorliegende, darauf basierende Gesamtaufnahme lässt noch einmal intensiver nachvollziehen, wie Korngold mit ein paar musikalischen Pinselstrichen das Kolorit einer anspruchsvollen, augenzwinkernd subtilen leichten Muse hervorzaubern konnte. Der instrumentale Part dieser Produktion ist von graziler Schönheit und Melancholie, aber auch Schmiss – immer verbunden mit ein bisschen Sexappeal. Und auch wenn viele Nummern nicht übers Dutzendmaß der Gattung hinausragen: Simon führt exemplarisch vor, wie ihre handwerkliche Qualität durch sorgfältiges Musizieren offenbar werden kann. Bei den Stimmen gefällt Sarah Wegeners intimer Sopran am besten.“ Alexander Dick
 

Klassik-Heute.com

19. Dezember 2011

„Die Freiburger Young Opera Company, von dem Dirigenten Klaus Simon gegründet und schon des öfteren mit originellem Repertoire im Kammeropern-Bereich aufgefallen, hat das Stück vor zweieinhalb Jahren wieder ausgegraben und nach der Bühnenproduktion beim SWR aufgenommen. Diese jetzt als CD vorliegende Funk-Einspielung zeigt gleichermaßen Stärken und Schwächen des Werkchens auf. Mehr noch als in der melodischen und rhythmischen Raffinesse liegt der Witz der Partitur in der ausgefallenen Instrumentierung für ein Kammerensemble, bestehend aus zwei Violinen, Cello, Flöte, Klarinette, zwei Klavieren, Celesta und diversem Schlagzeug. Die 8 Musiker der ebenfalls in Freiburg ansässigen Holst-Sinfonietta reizen ihre Parts deliziös und mit großer Präzision und gelegentlich klanglichen Schärfe aus. Sie sind der Motor des ganzen Unternehmens.“ Ekkehard Pluta

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